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Auschwitz 75 – 1945 – 2020 Berliner OSZ versus (gegen) Vogelschiss**

Ein Artikel von Mona Agbalaka, Ulrike Ruth Lange und Jörg Zimmermann

Ende Januar 2020, zum 75. Jahrestag der Befreiung des ehemaligen deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz, fuhren wir (drei Kolleg*innen des OSZ Lotis) mit Berliner Auszubildenden, Schüler*innen und Lehrer*innen von sechs Oberstufenzentren für fünf Tage nach Krakow (Polen), um das deutsche Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz zu besuchen. Insgesamt 108 angehende Verwaltungsfachangestellte, Kaufleute für Büromanagement und Schüler*innen von Geschichtskursen und Pädagog*innen wollten mit eigenen Augen entdecken, was sich genauer hinter dem von Nazi-Deutschland geschaffenen „Auschwitz“ verbirgt: Etwa 1,3 Mio. Ermordete – Wie konnte es dazu kommen? Wie war das möglich?

Zugleich wollten wir ein Zeichen setzen gegen das Vergessen, das Verdrängen oder das Herabsetzen.

Die Befreiung von Auschwitz am 27. Januar 1945 durch die Rote Armee bleibt – nicht nur für uns – Grund zur Trauer über die unvorstellbare Zahl unschuldig Ermordeter und zur Freude darüber, dass dem Nazi-System der Menschenvernichtung an diesem Tag – zumindest an diesem Ort – ein Ende gesetzt wurde.Berliner OSZ versus (gegen) Vogelschiss** –
so lautete das Motto*** unter dem diese Gedenkstättenfahrt stand. Wir danken Lothar Schnepp, Florian Wienzeck*, Astrid Marhoff und Marie Luise Chrzanowski vom Haus Kreisau (Evangelische Berufsschularbeit in Berlin) dafür, dass sie diese Fahrt organisiert und geleitet haben. Die ausführlichen, sachkundigen und einfühlsamen Führungen und Kommentare vor Ort boten uns einen guten Überblick, viele Hintergründe und Anregungen zum Weiterdenken. In den abendlichen, sehr offenen Gesprächsrunden konnten wir uns über das Gesehene austauschen und unsere Gefühle ansprechen. Bei dem intensiven Blick in die Menschen-Vernichtungsmaschinerie war es kein Wunder, dass sicher jeder und jedem das Eine oder das Andere noch lange durch den Kopf – und auch durch’s Herz – ging.

Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen: Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.

Primo Levi (1919-1987, ital. Schriftsteller, Auschwitz-Überlebender)

Die Gedenkfahrt nach Auschwitz 1945 -2020 hat uns gezeigt: Erinnerung ist nötig – vor Ort sein schafft einen persönlichen Einblick! Beides ist gerade heute von großer Wichtigkeit.

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Sprechen Sie in Ihrer Klasse oder Ihrem Kurs darüber?
Wir unterstützen Sie gern bei der Organisation einer Gedenkfahrt.

Berlin, 30.01.2020
Vom OSZ Lotis nahmen an der Gedenkfahrt nach Auschwitz 2020 teil:
Mona Agbalaka, Ulrike Ruth Lange und Jörg Zimmermann

*) Florian Wienzeck ist für das OSZ Lotis unser Ansprechpartner von der Jugendbildungsstätte Haus Kreisau. Email: F.Wienzeck@evba.de
**) “Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte”, sagte A. Gauland am 02. 06. 2018 beim Bundeskongress der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative im thüringischen Seebach. A. Gauland war zu dieser Zeit einer von zwei AfD-Bundesprechern (= Parteivorsitzenden) und ist seit 2017 einer von zwei AfD-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, seit 2019 ist er Ehrenvorsitzender der AfD.
(Zitiert nach: https://www.zeit.de/news/2018-06/02/gauland-ns-zeit-nur-ein-vogelschiss-in-der-geschichte-180601-99-549766 /und https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Gauland ; aufgerufen 30.01.2020)
***) Unter diesem Motto sind weitere Exkursionen und Seminare geplant.