
Schaffung eines Trainingsraums für soziales Lernen (TR)
Zu Beginn des letzten Schuljahres wurde auf einer Konferenz der Abteilung III darüber diskutiert, wie den zunehmenden Unterrichtsstörungen pädagogisch sinnvoll begegnet werden kann. Diese Probleme sind durchaus nicht auf OBF-Klassen beschränkt, auch andere Bildungsgänge sind z. T. massiv davon betroffen. Einige KollegInnen hatten im Rahmen von Fortbildungen oder aus der Literatur bereits von den erfolgversprechenden Möglichkeiten eines Trainingsraums gehört. So fanden sich schließlich ca. 20 KollegInnen (darunter ein pensionierter Kollege) zusammen, um sich entsprechend fortzubilden und aktiv eine TR-Konzeption für das OSZ Lotis zu erarbeiten. Mit Unterstützung der Schulleitung und des Hausmanagements wurden sachliche und personelle Ressourcen für die Umsetzung des Konzepts geschaffen. In einer Pilotphase mit 6 – 10 Klassen konnten erste Erfahrungen mit der Betreuung von Schülerinnen gesammelt werden.
Das TR-Konzepts bietet die Möglichkeit, nicht lernbereite SchülerInnen aus dem Unterricht zu entfernen und ihnen so das Forum für weitere „Auftritte“ zu entziehen. Dadurch kann sich die Lehrkraft auf die Durchführung des Unterrichts mit den aufnahmebreiten SchülerInnen konzentrieren und diesen ihre volle Aufmerksamkeit widmen. Der laufende Unterricht wird so von sich wiederholenden disziplinarischen Maßnahmen entlastet. Im Trainingsraum soll den SchülerInnen ihr Störverhalten bewusst gemacht werden, und es sollen ihnen zur Verbesserung ihres Verhaltens Gespräche und / oder weiterführende Hilfen angeboten werden. Die Bedenken, dass Lehrkräfte hier Tätigkeiten zu übernehmen, für die sie nicht speziell ausgebildet sind, wurden mangels Alternativen zurückgestellt.
Voraussetzung dafür, dass eine Klasse am TR-Konzept teilnehmen kann, ist das Vorliegen von Klassenregeln, auf die sich SchülerInnen und Lehrkräfte verständigt haben. Außerdem muss die Mehrzahl der in der Klasse unterrichtenden KollegInnen der Anwendung des TR-Konzepts zustimmen.
Erste Erfahrungen mit knapp 100 „Besuchern“ im TR zeigen eine tatsächliche und nachhaltige Entlastung des Unterrichts. Die Rückmeldungen aus dem Kollegium waren überwiegend positiv. Die meisten Besucher im TR kamen nur einmal dorthin. Es kann somit unterstellt werden, dass sie sich danach besser ins Unterrichtsgeschehen eingefügt haben. Eine genauere Evaluierung soll noch von der DAK / ZAGG durchgeführt werden.
